Ein guter Geist verlässt das Millerntor

Blick auf das leere Millerntor-Stadion. Stanislawski war 18 Jahre beim FC St. Pauli.

Blick auf das leere Millerntor-Stadion. Stanislawski war 18 Jahre beim FC St. Pauli.

Am Millerntor hat heute das Pauli-Urgestein Holger Stanislawki unter Tränen seinen Weggang bekannt gegeben. Eine Ära geht zu Ende. Von Mira Chopra

Es ist eine Saison, in der ständige Trainerwechsel scheinbar völlig normal geworden sind, in der ein Felix Magath von einem auf den anderen Tag einfach die Krawattenfarbe tauscht und beim nächsten (alten) Verein auf der Bank sitzt.Da geht es nur um Geld, Punkte und Prestige. Da weint keiner einem Trainer nach, wenn er nach nicht einmal einer vollständigen Saison den Verein wieder verlässt.

St. Pauli ist anders – auch in diesem Fall. Da geht ein Trainer nicht einfach so mit einer kurzen Pressemitteilung, da läuft so etwas emotionaler ab. So wie heute bei der Pressekonferenz am Millerntor. Holger Stanislawski gab unter Tränen bekannt, dass er nach 18 Jahren (natürlich nicht immer als Trainer) den FC St. Pauli verlässt.

Der Mann, der seit 1993 beim Hamburger Kultverein ist, führte die Mannschaft als Trainer in die erste Bundesliga. Gleich das zweite Mal, dass er mit St. Pauli in das Fußball-Oberhaus kam. Bereits 2001 gelang ihm das als Spieler. Wie die Pressekonferenz genau ablief und wer neben Stani und Pressesprecher Christian Bönig noch eine Träne vergoss, kann man auf dem Blog Der Übersteiger noch mal nachlesen. Auf der Homepage des Vereins kann man das komplette Video sehen.

Fans, Verein und Spieler trauern, dass mit Stanislawskis Weggang eine Ära am Millerntor zu Ende geht. Auf der Homepage von St. Pauli äußern sich einige der Spieler dazu, darunter auch Fabian Boll: „Es ist heute noch nicht so richtig zu greifen und nicht wirklich real. Die Vorstellung, was denn nach dem Sommer kommt, ist schon etwas merkwürdig. Man kann sich den FC St Pauli ohne Holger Stanislawski gar nicht vorstellen, ein komisches Gefühl.“ Mit diesen Worten trifft er wahrscheinlich das, was Tausenden Fans der Kiezkicker durch den Kopf geht.

Was kommt nach Stanislawski? Wer traut sich, es mit diesen riesigen Fußstapfen aufzunehmen? Noch gibt es keine konkreten Kandidaten, nur viele Gerüchte. Wir melden uns dazu wieder, wenn diese sich auf wenige Namen konkretisiert haben. Für Stani geht es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei der TSG Hoffenheim weiter. Ein Karrieresprung ist das mit Sicherheit. Aber werden ihm da nicht die manchmal doch noch recht chaotischen Verhältnisse beim FC St. Pauli, die einmaligen Fans und eine Mannschaft, die kaum aus Legionären besteht, fehlen? Vielleicht. Beim Hamburger Abendblatt hat man schon dazu aufgerufen, 100 Gründe zu sammeln, warum Stani in Hoffenheim nicht glücklich werden kann.

Vielleicht kehrt er eines Tages zurück, der gute Geist vom FC St. Pauli!

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