Kultur: Richter im Spiegel der Medien

Hamburg ist Gerhard Richter Stadt. Zumindest bis Mitte Mai.  Im Frühjahr laufen zwei Ausstellungen des Malers im Bucerius Kunst Forum und in der Kunsthalle.  Seit Februar sind die Malereien des Künstlers hier zu sehen. Höchste Zeit für einen Medienspiegel.

Matthias Gretzschel beschreibt Gerhard Richters Leben und die Einflüsse, die es auf seine Kunst hatte, im Abendblatt. Der Maler studierte in der DDR an der Dresdner Kunstakademie Wandmalerei – eine renommierte Adresse, die damals allerdings nur eine Kunstrichtung lehrte: den sozialistischen Realismus. Kurz vor dem Mauerbau flieht er in den Westen, nach Düsseldorf. Hier entdeckt er neue Künstler wie Roy Lichtenstein, beginnt Fotos aus Katalogen und Zeitschriftenbilder als Grundlage für seine Malerei zu verwenden. Die Bilder der Ausstellungen stammen vor allem aus jener Frühzeit des Malers.

Was zeitgeschichtliches Malen ist, beschäftigt Petra Schellen in der Taz. Für Richters Darstellungen von Ulrike Meinhofs, Andreas Baaders und Gudrun Ensslins Festnahme und Selbstmord, die in den oberen Ausstellungsräumen des Bucerius Kunst Forum zu sehen sind, bietet Schellen verschiedene Interpretationsansätze. Kopien der Selbstinszenierung der RAF-Mitglieder? Eine Reflexion über die Macht, die die Bilder für die Öffentlichkeit hatten? Vielleicht werfen sie auch, wie Schellen sagt, die Frage auf, inwiefern diese Motive von ihrem geschichtlichen, gemeinsam erinnerten Kontext genährt werden.

Eine andere Betrachtung jenes Oktoberzyklus liefert Joachim Müller in der Welt. Für ihn sind die Bilder mitteilslos, ohne Gefühl und Mitgefühl, eine neue Form der Historienmalerei.

Hanno Rauterberg beschreibt Richters Weg vom jungen Künstler zum weltbekannten Maler in der Zeit. Der politische Relativismus des Malers steht auch in Rauterbergs Rezension im Vordergrund.  Richters richtungssuchende erste Darstellungen verdeutlichen dies nach Rautenberg ebenso wie die späteren Bilder. Und sie zeigen Richters Kampf gegen jeden Typ von Ideologie.

Einen ersten Einblick in die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum liefern das Abendblatt und die Welt. Leider mit teilweise identischen Bildern. Auf den Seiten der Kunsthalle und des Bucerius Kunst Forum kann man zudem in die Audioführungen reinhören.

Details zu den Ausstellungen:

Gerhard Richter. Bilder einer Epoche. Bucerius Kunst Forum. Eintritt: 8 Euro (ermäßigt 5 Euro), Täglich 11 – 19 Uhr, Do 11-21 Uhr (bis zum 15. Mai)

UNSCHARF. Nach Gerhard Richter. Hamburger Kunsthalle. Eintritt: 10 Euro (ermäßigt 5 Euro), Di-So 10 -18 Uhr (bis zum 22. Mai)

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