Kultur: „Rand der Welt“

Eine stille Hommage ist es. An den lokalen Medien fast unbemerkt vorbei gezogen. Allein der „Welt“ war sie eine Randnotiz wert. In den Deichtorhallen sind noch bis Ende dieser Woche Fotografien der vor wenigen Monaten verstorbenen Sibylle Bergemann zu sehen.

Es sind ihre Werke aus der DDR-Zeit, die sie für Zeitschriften wie das „Magazin“ oder die „Sybille“ aufnahm. „Mich interessiert der Rand der Welt, nicht die Mitte“, sagte sie selbst über ihre Arbeit. Die melancholische Stille der Schwarz-Weiß-Fotografien und Polaroid-Aufnahmen sind kritische Zeugen der Vergangenheit.

Ihre Aufnahmen des Marx-Engels-Denkmals, zum Beispiel. Bergemann fotografierte die Arbeit an dem Monument, das die SED in den 70ern in Auftrag gab, um den „Fortschritt der Weltrevolution“ zu preisen. Die starren Figuren trafen, wie Mitgestalter Friedrich Nostiz darstellt, auf wenig Gegenliebe des Regimes. Die Fotografin begleitete den mehr als zehn Jahre andauernden Entstehungsprozess. Ihr Blick fängt die Unbeweglichkeit  der bronzenen Statuen ein; sie dokumentiert und demontiert. Der „schwebende Engels“, das Bild mit dem sie international bekannt wurde, ist als Teil der Serie in der Ausstellung zu sehen.

Sibylle Bergemann arbeitete nach dem Mauerfall für Magazine wie Geo, Stern und der Spiegel. Die Begründerin der Agentur Ostkreuz starb im vergangenen November an Krebs. Im Haus der Photographie in den Deichtorhallen läuft die Ausstellung  noch bis zum Sonntag (27.02.). Eintritt: 9 Euro.

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